Calculators

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Mein kleines Taschenrechner Museum

Texas Instruments

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Taschenrechner faszinieren mich, seit ich vor 30 Jahren für den Mathe-Leistungskurs von meinen Eltern einen TI-59 (Video verfügbar) geschenkt erhielt. Kurz vor Beginn der Heimcomputer-Ära war dies der erste programmierbare Computer, mit dem wir Schüler in Berührung kamen.

Mit 960 Programmschritten oder (alternativ) bis zu 99 Speicherplätzen konnte man schon etwas "Richtiges" anfangen. Programme wurden auf Magnetkarten gespeichert, die ein kleiner Motor quer durch das Gerät am Lesekopf vorbei zog.

Was dem TI-59 offensichtlich fehlte, war eine Textanzeige. Alle Informationen mussten in eine Zeile mit maximal 12 Ziffern gequetscht werden - mehr ging nicht. Aber bei der Konkurrenz, allen voran Hewlett-Packard, war das zunächst auch nicht anders. Dazu später mehr.

Vom Hersteller gab es umfangreiche Programmsammlungen: Auf Magnetstreifen oder in kleinen ROM-Modulen, die in einen Schacht auf der Rückseite des Gerätes eingesetzt wurden. Als Schüler konnte man sich so etwas natürlich nicht leisten. Also wurde selber "drauflos programmiert". Geschadet hat uns das sicher nicht...
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Zum Studium musste etwas Besseres her und so kam der TI-95 als direkter Nachfolger des TI-59 gerade rechtzeitig.

Zwar hatte er keine Magnetkarten, dafür aber viel Speicher (8 KBytes, erweiterbar bis 16 KBytes) und eine alphanumerische Anzeige. Für die Bezeichnung der Funktionstasten waren individuelle Displays vorhanden.

Software in ROM-Modulen gab es auch wieder. Besonders toll war die Mathe-Library mit numerischer Lösung von nichtlinearen Gleichungssystemen (bis zu 8 Gleichungen, gelöst mit dem Newton-Verfahren) und von nichtlinearen Differentialgleichungen (bis zu 9 Gleichungen erster Ordnung, gelöst mit Runge-Kutta Verfahren). Das war nicht nur für 1986 einmalig: Es sollte runde 20 Jahre dauern, bevor wieder Taschenrechner von Texas Instruments mit diesen numerischen Fähigkeiten auf den Markt kamen.
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Ein paar Jahre später folgte die nächste Revolution: Grafikfähige Taschenrechner. 1992 erschien der TI-85 als Topmodell der ersten Generation dieser Rechner.

Speicher gab es für die damalige Zeit im Überfluss (28 KBytes) und sogar ein Anschluss zum Datenaustausch mit einem ausgewachsenen Computer. Dafür fehlten aber Magnetkarten und ROM-Module.
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Ein weiterer Meilenstein kündigte sich kurze Zeit später an: Der TI-92 kam 1995 auf den Markt und war das erste Gerät von Texas Instruments, das nicht nur numerische, sondern auch symbolische Berechnungen durchführen konnte.
Man hatte kurzerhand das bekannte Computer-Algebra-System (CAS) "Derive" der Hawaiianischen Firma Soft Warehouse aufgekauft und in einen Taschenrechner implementiert. Damit wurde aus solve(2x-4y=6,x) nicht "Error: Undefined variable" sondern "x = 2y+3".

Das Bild zeigt den Voyage 200, den letzten und leistungsfähigsten Taschenrechner von Texas Instruments aus dieser Baureihe. Er erschien im Jahr 2002.
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Bis zu diesem Modell wurden Prozessoren aus den Anfängen der Mikroprozessor-Revolution eingesetzt: Überwiegend der Z80 von Zilog und später der 68000 von Motorola, den auch Apple 1984 im ersten Macintosh Computer nutzte.
Vermutlich gab es neben der eher geringen Geschwindigkeit (Taktfrequenzen bis 12 MHz !) auch Probleme mit der Bauteilversorgung.

Jedenfalls kam 2007 der TI-nspire mit einem modernen ARM-Prozessor und Taktfrequenzen um die 100 MHz auf den Markt. Das Computer-Algebra-System wurde nochmals erheblich ausgebaut und neue Betriebssystem-Versionen erscheinen in regelmäßigen Abständen.

2010 folgte die zweite, heute noch aktuelle Version des TI-nspire, die rechts im Bild zu sehen ist.

Der Geschwindigkeitsgewinn des TI-nspire gegenüber älteren Modellen ist frappierend. Auch mit dem Speicher braucht man nicht mehr zu knausern: Je 32 MB ROM und RAM sollten für einen Taschenrechner wohl ausreichen.
Wie wird es weitergehen? Man muss kein Hellseher sein: Der nächste Schritt sind Taschenrechner mit selbstleuchtendem, farbigem Display.
Obwohl der TI-nspire eine relativ hohe Auflösung hat (320x240 Pixel) und 16 Graustufen darstellen kann, ist in schlecht beleuchteten Räumen nichts mehr zu erkennen. Wer schon mal ein iPhone in der Hand hatte weiß, wohin die Reise gehen wird. CASIO hat mit dem FX-CG20 schon ein entsprechendes Modell angekündigt, das im Laufe des Jahres 2011 erscheinen soll. Wie bei vielen Innovationen auf diesem Gebiet wird Texas Instruments sicher ein bis zwei Jahre später mit einem eigenen Gerät antworten. Ich bin gespannt.
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Nun ist Texas Instruments nicht der einzige Hersteller von hochwertigen programmierbaren Taschenrechnern. Besonders ein anderer amerikanischer Hersteller, das kalifornische Unternehmen Hewlett-Packard, befindet (oder muss man heute sagen: befand?) sich in einem ewigen Wettstreit mit dem texanischen Herausforderer.

Hewlett-Packard

Für uns Schüler war das 1981 kein Thema: HP-Rechner sind für Ingenieure und die Ewigkeit gebaut - und kosten auch entsprechend. So hatte der halbe Mathe-Leistungskurs eben einen TI-59 und wir waren überzeugt, das überlegene Produkt zu verwenden.

Nach ein paar Jahren Studium war die Neugierde dann aber so groß geworden, dass ich mir einen kleinen HP zulegte. Das hätte ich vielleicht besser nicht getan, denn kurz darauf befiel mich der "UPN"-Virus (UPN = Umgekehrte Polnische Notation) und hat mich bis heute nicht mehr losgelassen. Im Laufe der Jahre kamen noch viele alte und neue HPs dazu und deshalb zeige ich die Geräte weiter unten in der historisch richtigen Reihenfolge.

Zuvor aber ein paar Worte über UPN: HP-Rechner sind bekanntlich anders. Statt der bekannten Schreibweise "2+3=" tippt man in der umgekehrten polnischen Notation "2 ENTER 3 +". Benannt ist das Ganze nach einem polnischen Mathematiker, der diese Schreibweise allerdings andersherum (eben umgekehrt) erfunden hat.
Hewlett-Packard kam, das muss man der Ehrlichkeit halber zugestehen, anfangs aus der Not heraus auf UPN: Bei der algebraischen Eingabe muss der Taschenrechner Zwischenergebnisse und Klammerebenen während des Rechenganges speichern. Dafür war bei den ersten Modellen schlicht kein Platz vorhanden.
Übrigens hat Texas Instruments später sogar ein Software-ROM Modul für den TI-59 vertrieben, das UPN auf diesem Rechner emulierte!

Was aber ist auch heute noch so faszinierend an UPN? Das oben genannte Beispiel ist viel zu simpel, um dies zu erkennen. Kurz formuliert: UPN bildet die menschliche Vorgehensweise bei der Lösung von komplexen Berechnungen ab, indem man von innen nach außen rechnet. Das Ganze ist sozusagen Kopfrechnen mit Taschenrechner-Unterstützung. Daher ist UPN, nach einer gewissen Einarbeitungszeit, sehr intuitiv, blitzschnell und enorm flexibel. Es gibt keine verdeckten Zwischenergebnisse oder eine unüberschaubare Anzahl offener Klammern. Ein geübter Anwender erhält mit UPN auch bei schwierigen Formeln schon im ersten Versuch das richtige Ergebnis. Mit Texas Instruments Rechnern habe ich immer zweimal gerechnet, wenn es darauf ankam und dabei oft Fehler gefunden. Und an der Übung lag es bei mir ganz sicher nicht...

Mit den heute üblichen Grafikrechnern, welche die gesamte Formel vor der Berechnung anzeigen, hat UPN an Bedeutung verloren. Für die schnelle Rechnung zwischendurch ist es aber immer noch unschlagbar.
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HP-35 Der elektronische Rechenschieber
(Markteinführung 1972)
Hewlett-Packard hatte Ende der 60er Jahre großen Erfolg mit programmierbaren Tischrechnern gehabt. Aber diese Geräte waren monströs, oft größer als eine Schreibmaschine, und für Privatleute unerschwinglich teuer. So kam man auf die Idee, einen Rechner für die Jackentasche zu entwickeln, der ebenfalls Logarithmen und trigonometrische Funktionen beherrschte. Bis dahin konnten Taschenrechner nur die vier Grundrechenarten.

Es geht das Gerücht, dass sich Firmeninhaber Bill Hewlett persönlich gegen seine Marketingleute durchsetzte, die vehement den Erfolg eines solchen Gerätes anzweifelten, welches es auf dem Markt ja noch gar nicht gab. Ungefähr um 1968 stachelte er seine Mitarbeiter an, diesen Taschenrechner dann wenigstens für ihn selbst zu bauen.

Der HP-35 kam schließlich Anfang 1972 auf den Markt und entwickelte sich zu einem Verkaufsschlager. Er legte den Grundstein für die Ära der wissenschaftlichen Taschenrechner und machte den bis dahin überall im Einsatz befindlichen Rechenschieber obsolet.
Die Zahl "35" im Namen ergibt sich übrigens aus der Anzahl der Tasten. Spätere Modelle wurden allerdings nach anderen Kriterien benannt.

Mein Exemplar konnte ich vor einigen Jahren in sehr gut erhaltenem Zustand über eine Kleinanzeige bei einem Privatmann ergattern, der wohl gar nicht wußte, was für einen Schatz er da in Händen hielt.
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Die Classic-Familie
(Markteinführung 1972-76)
Getragen vom Erfolg des technisch-wissenschaftlichen HP-35 begann man bei HP, ein Schwestergerät für den Geschäftsmann zu entwickeln. Der HP-80 wurde im Folgejahr vorgestellt und beherrschte bereits Annuitätenrechnung.

Dann wurde der HP-35 wurde überarbeitet. Sein verbesserter Nachfolger hieß HP-45 und erschien Anfang 1974.

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Aber die Taschenrechner von Hewlett-Packard hatten gegenüber den großen Computer-Kollegen immer noch einen entscheidenden Nachteil: Sie waren nicht programmierbar.
Das änderte sich 1974 mit dem HP-65 (Video verfügbar), der in Rekordzeit von gerade einmal 18 Monaten nach dem HP-35 Taschenrechner erschien.

Der HP-65 konnte 100 Zeilen mit Tastaturkommandos und 9 Zwischenergebnisse speichern. Weil der Speicher beim Abschalten des Rechners gelöscht wurde, erfand Hewlett-Packard einen miniaturisierten Magnetkartenleser: Mit Magnetpulver beschichtete Plastikstreifen wurden durch einen Schlitz auf der rechten Seite des Gehäuses unterhalb der Anzeige in das Gerät eingeschoben. Ein kleiner Elektromotor sorgte dann für den gleichmäßigen Weitertransport am Lesekopf entlang. Der Streifen kam schließlich auf der anderen Seite des Gehäuses wieder zum Vorschein.

Leider lösen sich die Andruckrollen aus Weichgummi im Laufe der Jahre auf, so dass man heute kaum noch einen Taschenrechner mit Magnetkartenleser in funktionsfähigem Zustand findet.

So revolutionär der HP-65 auch war: Mit 100 Zeilen Programmcode ist man doch sehr begrenzt. Es gab nur wenige Sprung- und Vergleichsbefehle. Auch war es mühsam, ein einmal eingegebenes Programm zu verändern.
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Hewlett-Packard stellte deshalb 1976 mit dem HP-67 einen in allen Punkten verbesserten Nachfolger vor.
Parallel erschien der funktional gleiche HP-97 (Video verfügbar), der aber als Tischrechner konzipiert war und sogar einen kleinen Thermodrucker enthielt.

Diese Rechner waren für Texas Instruments die Herausforderung, im Folgejahr 1977 die Modelle TI-57/58/59 vorzustellen, für die es einen Drucker als separate Einheit zu kaufen gab.

Der HP-67/97 besaß 224 Programmschritte und 26 Speicher für Fliesskommazahlen und wurde einer der bekanntesten und beliebtesten Taschenrechner der 70er Jahre. TIs großer Herausforderer, der TI-59, konnte mit 960 Programmschritten und bis zu 99 Speicherplätzen einiges mehr bieten, aber er kam 10 Monate später auf den Markt und die technologische Entwicklung der damaligen Zeit war rasant.

Als ich 1995 meine erste Industriestelle antrat, waren noch mehrere HP-97 im täglichem Gebrauch im technischen Büro der Firma. Wer einmal mit so einem Gerät gearbeitet hat, kann das gut verstehen.
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Die Woodstock-Familie
(Markteinführung 1975-77)
Benannt nach der bekannten Cartoon-Figur (und nicht nach dem Festival) begann Hewlett-Packard schon 1975 mit der Einführung einer zweiten Familie von Taschenrechnern. Obwohl kleiner, handlicher und preiswerter als die Geräte der Classic-Reihe waren die diversen Modelle der Woodstock-Familie dennoch leistungsfähig.

Bemerkenswert der HP-25C aus dem Jahre 1976: Er war der erste Taschenrechner, bei dem der Speicherinhalt nach dem Ausschalten nicht verloren ging. Daher auch das "C" im Namen: "Continuous Memory" (Permanentspeicher).

Magnetkartenleser gab es für diese Taschenrechner genauso wenig wie für die Modelle der nachfolgenden Generation.
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Die Spice/Spike-Familie
(Markteinführung 1978-79)
An der raschen Abfolge von neuen Taschenrechner-Modellreihen zeigt sich die Goldgräber-Stimmung der damaligen Zeit.

Bereits 1978 erschien mit dem HP-31E der erste Vertreter der neuen Spice-Generation. Er war nicht programmierbar, aber mit 60$ für die damaligen Verhältnisse außerordentlich preiswert.

Der HP-34C war das wissenschaftliche Topmodell dieser Ära. Er erschien 1979 und hatte bis zu 210 Programmschritte oder 20 Datenspeicher - allerdings nicht beides gleichzeitig, denn jede Programmzeile verbrauchte Platz aus dem Pool der Datenspeicher.
Eine Besonderheit des HP-34C waren die eingebauten numerischen Lösungsverfahren für Nullstellen und Integrale von Funktionen.
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Der HP-41

(Markteinführung 1979-83)
Der 1979 vorgestellte HP-41 begründete eine eigene Ära. Er war das erste Gerät mit alphanumerischer Flüssigkristallanzeige und verfügte über vier Steckplätze für Erweiterungen.
Im Laufe der Jahre erschienen immer weiter verbesserte Updates: HP-41C, HP-41CV, HP-41CX. Die Produktion des letzten Modells wurde erst Ende 1990 eingestellt.
Für die Steckplätze gab es Speichererweiterungen, ROM-Module, Magnetkartenleser, Strichcode-Leser und vieles mehr.

1981 kam das HP-Interface Loop (HP-IL): Ein Netzwerk zur Abfrage von Daten von geeigneten Messgeräten und zum Anschluss von Druckern und Plottern. Damit konnte ein HP-41 System in Schulen und Labors physikalische oder chemische Versuchsreihen automatisch durchführen.

Wie so vieles wurde auch diese Idee später von Texas Instruments aufgegriffen. Bis heute gibt es für TI-Rechner Messdaten-Erfassungssysteme und Sensoren, die speziell für Schulversuche gedacht sind.
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Der HP-41 bedeutete praktisch das Ende für den Wettbewerber TI-59.
Texas Instruments entwickelte später einen zum HP-41 vergleichbaren Konkurrenten, den TI-88, brachte das Gerät dann aber doch nicht auf den Markt.
Es wäre viel zu spät gekommen (1982) und hätte dem inzwischen riesigen Ökosystem des HP-41 nichts Vergleichbares entgegensetzen können.
So blieb es bei einigen wenigen Prototypen des TI-88, die heute Höchstpreise erzielen und praktisch nicht mehr zu bekommen sind. Ich habe leider auch kein Exemplar - das Bild links stammt aus dem Internet.
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Die Voyager-Familie
(Markteinführung 1981-82)
Diese Rechner waren handlich (kleiner als der HP-41) und als Nachfolger der klassischen Modelle gedacht. Alle Geräte besaßen eine gut lesbare Flüssigkristallanzeige und Permanentspeicher. Im Laufe der Jahre 1981/82 erschienen fünf Modelle, von denen eines, der HP-12C, auch heute (2011) noch hergestellt und neu verkauft wird!
Unter Ingenieuren hat sich besonders das wissenschaftliche Flagschiff, der HP-15C, einen Legendenstatus erworben.
Die Taschenrechner der Voyager-Familie waren nicht erweiterbar und hatten auch keinen Magnetkartenleser oder Drucker. Programme mussten immer wieder neu von Hand eingetippt werden. Es war außerdem kaum möglich, mehrere Programme für unterschiedliche Aufgabenstellungen im Speicher zu verwalten.
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Tragbare Computer

1982 erschien auch der HP-75: Ein voluminöses Gerät hauptsächlich für den kommerziellen Einsatz, z.B. in Kassensystemen, bei der Inventur oder im Außendienst.
Der HP-75 besitzt eine Uhr, kann (zeilenweise!) Textdateien editieren und als Wecker benutzt werden. Damit ist er einer der ersten elektronischen Organizer.
Auch der HP-75 verfügt über einen Magnetkartenleser. Auf jeder der beiden Spuren können 650 Bytes an Daten gespeichert werden. Das ist viel im Vergleich zum HP-65, aber lächerlich wenig in Bezug auf den Speicher des Gerätes (16 KBytes RAM und 48 KBytes ROM).
Das Bild links zeigt einen HP-75 im Erweiterungsgehäuse mit integriertem Telefon-Modem zusammen mit dem Strichcode-Lesestift.
Alle bisher erschienenen Taschenrechner wurden im sogenannten Tastencode programmiert: Der Anwender tippte einfach die Tasten in der Reihenfolge, wie es das Problem erforderte. Dabei wurden die Anschläge aufgezeichnet und konnten später immer wieder abgespielt werden. Zusätzlich gab es bedingte Sprungbefehle, um Programmschleifen zu erstellen. 1982 änderte sich das mit dem HP-75 grundlegend, denn dieser Rechner verstand die bei Heimcomputern beliebte Programmiersprache BASIC.
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Auch der 1984 vorgestellte HP-71B verwendete BASIC als Programmiersprache. Im Gegensatz zum HP-75 kann man hier wieder von einem echten "Taschen"-Rechner sprechen.
Als Erweiterungsmodul für den ROM-Stechplatz wurde auch die Programmiersprache FORTH angeboten und sogar Assembler-Programmierung war möglich und umfangreich dokumentiert.
Für den HP-71B gab es letztmalig einen Magnetkartenleser als Zubehör. Die Magnetstreifen waren wie beim HP-75 viel länger als bei früheren Geräten (es wurden wesentlich mehr Daten gespeichert) und mussten per Hand möglichst gleichmäßig durch den rechts neben der Anzeige angebrachten Leser gezogen werden.
Der HP-71B kam mit 64 KBytes ROM und 17,5 KBytes frei verfügbarem RAM. Er war damit besser ausgestattet als viele Heimcomputer dieser Zeit. Wie der HP-41 konnte auch der HP-71B über den HP-Interface Loop alle Arten von externen Druckern, Plottern und Messgeräten ansteuern - allerdings mit 25-facher Geschwindigkeit!
Leider fehlte diesem Rechner erstmals der beliebte UPN-Rechenmodus, denn der hätte zu einem BASIC-Rechner einfach nicht gepasst.

Für den HP-71B entwickelte HP eine neuen 4-bit Prozessor-Architektur, den sogenannten Saturn-Chip, welcher in den folgenden Jahrzehnten in allen Tisch- und Taschenrechnern des Herstellers zum Einsatz kam. Erst mit dem HP-49g+ im Jahre 2003 wurde diese Prozessorplattform durch die modernere ARM-Generation abgelöst.
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Die Clamshell-Familie
(Markteinführung 1986-91)
Das erste Modell der Clamshell-Familie war der Business-Rechner HP-18C. Er wurde 1986 vorgestellt und hatte ein radikal anderes Design als vorherige Geräte.
Sein technisch-wissenschaftlicher Bruder, der HP-28C, wurde 1987 auf den Markt gebracht. Bereits im Folgejahr erschien der überarbeitete Nachfolger HP-28S mit mehr Speicher und höherer Geschwindigkeit.

Die Besonderheit des HP-28 ist neben seinem Erscheinungsbild die Fähigkeit, Berechnungen nicht nur numerisch, sondern auch symbolisch ausführen zu können. Auf "großen" Computern gab es solche Algebra-Systeme schon länger, zum Beispiel Mathematica, Maple oder Derive, aber in Taschenrechnern war das ganz neu.

Und noch ein Novum: Alle Rechner der Clamshell-Familie waren mit einer Infrarot-Schnittstelle ausgerüstet, über die Ergebnisse zu einem Drucker gesendet werden konnten.
Mit dem HP-28 hielt auch eine neue Programmiersprache Einzug, die bis heute in allen leistungsfähigen Taschenrechnern von HP zu finden ist: RPL (Reverse Polish Lisp).
Nachdem die Grenzen der Tastenprogrammierung offenkundig zutage traten und man sich mit BASIC nicht dauerhaft anfreunden konnte, erfand HP kurzerhand ein Konglomerat aus FORTH und LISP. In dieser Programmiersprache waren wesentliche Teile des Taschenrechner-Betriebssystems geschrieben, aber sie stand auch dem Anwender für seine eigenen Programmieraufgaben zur Verfügung.
Rückblickend muss man wohl zugestehen, dass RPL schwierig zu lernen ist und die Programme unübersichtlich sind. RPL mag viele Anwender vom Programmieren eher abgehalten als dazu motiviert haben. Außerdem ist es langsam, was sich vor allem bei aufwändigen symbolischen Berechnungen bemerkbar macht.
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Die Pioneer-Familie
(Markteinführung 1988-91)
War die Voyager-Familie benannt nach einem Raumschiff auf dem Weg zum Saturn (der neuen Prozessor-Architektur), so trug die Pioneer-Familie den Namen eines Raumschiffes, das den Saturn bereits erreicht hatte.

Mein erster HP-Rechner, ein HP-32S, stammt aus dieser Ära.

Der leistungsfähigste Pioneer war der HP-42S von 1988, der software-kompatibel zum legendären HP-41 ist.
Obwohl auch der HP-42 einen Infrarot-Port hatte, fehlte ansonsten jegliche Erweiterungsmöglichkeit. Der große Erfolg des HP-41 konnte nicht wiederholt werden.
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Die Charlemagne-Familie (Markteinführung 1990-99)

Der große Wunsch des HP-28 Entwicklungsteams, einen Taschenrechner mit ähnlichen Erweiterungsmöglichkeiten wie beim HP-41 zu schaffen, wurde endlich mit dem HP-48SX im März 1990 Wirklichkeit.

In dieser Serie erschienen in den Folgejahren noch weitere, ähnliche Modelle, die alle die Ziffer 48 im Namen trugen.

Im August 1999 wurde mit dem HP-49 ein neues Gerät eingeführt, dass erstmals mit Flash-Speicher arbeitete und sich auch optisch von der früheren 48er-Reihe abhob. Die interne Architektur und die Bedienung blieben weitgehend gleich, allerdings hat der HP-49 ein verbessertes Computer-Algebra-System (CAS).
Durch den programmierbaren ROM-Speicher hat der Anwender die Möglichkeit, Updates und Software-Bibliotheken vom Hersteller nachzuladen. Diese Technologie war so erfolgreich, dass sie in allen folgenden High-End Rechnern implementiert wurde.

Der HP-49 ist der letzte Rechner, der von dem inzwischen auf 4 MHz aufgebohrten Saturn-Prozessor angetrieben wird.
2003 begann mit dem HP-49g+ (später gefolgt von den ähnlichen Modellen HP-48gII und HP-50g) auch für Hewlett-Packard-Taschenrechner die Neuzeit. Auf Basis der mit über 200 MHz getakteten ARM-Architektur wurde ein viel flüssigeres und angenehmeres Arbeiten mit den zuletzt doch eher phlegmatischen Geräten möglich. Man darf sich von den unterschiedlichen Ziffern nicht täuschen lassen: Bis auf die Farbgebung und den Speicherausbau sind diese Taschenrechner sehr ähnlich und mit nahezu gleicher Software ausgestattet.
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Back to the Roots

Man könnte meinen, HP besinnt sich auf seine alten Qualitäten. Pünktlich zum 35sten Jubiläum wurde 2007 der HP-35S vorgestellt. Ein toller Rechner ganz in der Tradition der besten UPN-Maschinen.

Leider reicht die (chinesische) Herstellqualität nicht an frühere Erfolge heran: Ich konnte bei mehreren Geräten schon nach kurzer Gebrauchszeit prellende Tasten feststellen.

Texas Instruments versus Hewlett-Packard

Keine Frage: Texas Instruments hat 1967 den elektronischen Taschenrechner erfunden und sie erhielten sogar das Patent. Allerdings war das erste Modell (Cal-Tech) ein Prototyp, der nie in Serie ging. Der erste lieferbare Taschenrechner von TI (DataMath) kam 1972 auf den Markt - und hatte mit seinen vier Grundrechenarten gegen den gleichzeitig erschienenen HP-35 keine Chance.
Auch danach war der technische Fortschritt vor allem von Hewlett-Packard geprägt:
  • Der erste Taschenrechner mit trigonometrischen und logarithmischen Funktionen: HP-35 (1972) versus SR-50 (1974).
  • Der erste programmierbare Rechner: HP-65 (1974) versus SR-52 (1975).
  • Der erste Rechner mit Magnetkartenleser: HP-65 (1974) versus SR-52 (1975).
  • Der erste wirklich leistungsfähige programmierbare Rechner: HP-67 (1976) versus TI-59 (1977) (allerdings hatte der TI-59 rund 4-mal so viel Speicherplatz).
  • Der erste Taschenrechner mit Permanentspeicher: HP-25C (1976) versus Ti-58C (1977).
  • Der erste Rechner mit alphanumerischer Flüssigkristallanzeige: HP41 (1979) versus TI-88 (1982 - zurückgezogen).
  • Das erste Taschenrechner-Interface für Messdatenerfassung: HP-IL (1981) versus TI-CBL (Calculator Based Laboratory) (1994).
  • Der erste Taschenrechner, der mit komplexen Zahlen rechnen konnte: HP-15 (1982) versus TI-68 (1988).
  • Der erste Taschenrechner im Querformat mit QWERTY-Tastatur: HP-71 (1984) versus TI-95 (1986).
  • Der erste Taschenrechner mit BASIC-Programmierung: HP-71 (1984) versus TI-74 Basicalc (1985).
  • Der erste Rechner mit Computer-Algebrasystem: HP-28 (1987) versus TI-92 (1995).
  • Der erste leistungsfähige Grafikrechner: HP-48 (1990) versus TI-85 (1992).
  • Der erste Rechner auf Basis der neuen ARM-Prozessorarchitektur: HP-49g+ (2003) versus TI-nspire (2007).
Mit der symbolischen Algebra (CAS = Computer Algebra System) tat sich Texas Instruments besonders schwer. Was der HP-28 schon 1987 schaffte, konnte TI erst nach Zukauf der Derive-Software mit dem TI-92 acht Jahre später realisieren. Immerhin hatte der dann ein ungewöhnliches Design, was ausnahmsweise einmal nicht vom großen Konkurrenten abgeschaut war. Auch war das TI-CAS erheblich leistungsfähiger als das von Hewlett-Packards HP-48 Reihe. Erst mit Einführung des HP-49 im Jahre 1999 konnte der große Wettbewerber gleichziehen.

Bei der Einführung von Flash-Speicher waren beide Kontrahenten gleich auf: 1999 erschienen relativ zeitgleich der HP-49G und der TI-83 Plus, ersterer mit 2 MBytes Flash Speicher, letzterer mit 512 KBytes.

Ca. Ende 2006 / Anfang 2007 kam der TI-nspire auf den deutschen Markt: Ein programmierbarer, grafischer Taschenrechner mit neuartigem, computer-ähnlichem Bedienkonzept und großem, hochauflösenden Display. Mathematische Aufgaben werden in Dokumenten verwaltet, die mehrere Seiten (Blätter) haben können. Diese Blätter enthalten nicht nur die eigentliche Rechnung, sondern auch erklärende Texte, Grafiken oder Excel-ähnliche Tabellen. Das Bedienkonzept ist ganz an den Erfordernissen des modernen Mathematikunterrichts an Schulen ausgerichtet. Für Ingenieure oder Studenten ist der Rechner etwas umständlich, weil man nicht "einfach drauflosrechnen" kann, sondern erstmal ein neues Dokument anlegen muss (wie an Computern eben auch). Außerdem gibt es eine Computer-Software für Windows und Macs, die alle Funktionen des Taschenrechners eins zu eins nachbildet und zu Lehrzwecken eingesetzt werden kann.
Die CAS-Fähigkeiten (symbolische Algebra) des Gerätes wurde nochmals erweitert und schlagen den aktuellen Wettbewerber, den HP-50g, in manchen Gebieten deutlich. Außerdem ist der TI-nspire wesentlich intuitiver zu bedienen.

Von Hewlett-Packard existiert bis heute (2011) kein zum TI-nspire vergleichbares "Mathe-Lernsystem". Wer nun aber glaubt, dies sei (endlich einmal) eine originäre Erfindung von Texas Instruments, der kennt offenbar den Casio ClassPad 300 nicht. Der kam nämlich schon 2003 auf den Markt und nimmt alle "neuen" Features des TI-nspire vorweg - einschließlich der Nachbildung des Taschenrechners als Computer-Software.
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Die nächste Generation - Smart Pocket Calculators

Ab jetzt kommen die Innovation wohl von Casio anstatt von Hewlett-Packard: Der FX-CG20 (FX-CG10 in den USA) hat eine Vollfarb-Anzeige mit Hintergrundbeleutung - wie ein Smartphone. Er wurde im Herbst 2010 vorgestellt und ist seit Anfang 2011 lieferbar.
Texas Instruments ließ sich nicht lange bitten: Schon im Frühjahr 2011 erfolgte die Ankündigung des TI-nspire CX - mit Vollfarb-Anzeige und Hintergrundbeleuchtung ! Seit Juli 2011 ist er auch in Deutschland lieferbar.
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Links: So stellt sich Casio im Herbst 2010 die Zukunft der Taschenrechner vor: Kurvendiskussion an realen Objekten.
Rechts: Ein Bild vom TI-nspire CX - ein halbes Jahr später als die Abbildung links. Etwaige Ähnlichkeiten sind natürlich rein zufällig...
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Der aktuelle Stand (2011/12)

Leider scheint es so, als habe Hewlett Packard den Wettkampf mit seinem großen Rivalen Texas Instruments aufgegeben. Der HP-50g basiert in weiten Teilen auf dem über 20 Jahre alten HP-48 SX und kann nicht wirklich mit dem modernen TI-nspire CX und seinem hintergrundbeleuchteten Farbdisplay mithalten.

Was es sonst noch gab

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Etwas kurios sind diese beiden "Taschen"-Rechner: Beides sind PDA-Pioniere und im weitesten Sinne Vorläufer der heutigen Smart-Phones.

Der HP-95LX ist ein vollwertiger MS-DOS PC aus dem Jahre 1991 mit 8088 ähnlichem Prozessor, welcher mit 5,37 MHz getaktet wird. Der Speicherausbau ist wahlweise 512 KBytes oder 1 MByte und es gibt MS-DOS 3.3 und Lotus 1-2-3 im ROM.

Der Apple-Newton erschien unter der Bezeichnung MessagePad 100 erstmals im Jahre 1994. Ähnlich wie die späteren HP-Taschenrechner und das heutige iPhone basiert seine Prozessor-Architektur auf dem ARM-Chip. Im Bild ist das verbesserte MessagePad 130 von 1997 zu sehen.

Links


Emulatoren


My Little Pocket Calculator Museum

Texas Instruments

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I am fascinated by pocket calculators ever since my parents gave me a TI-59 (video available) for the advanced math course at high school some 30 years ago. A few years before the home computer revolution this was the first programmable device we students got in contact with.

With 960 program steps, or (alternatively) up to 99 memory locations it was a pretty capable device to begin with. Programs were stored on magnetic cards, which were drawn through the calculator by a small motor beneath the display.

Obviously the TI-59 lacked an alphanumeric display. All information had to be squeezed into a row with a maximum of 12 digits. But the competition, in particular Hewlett-Packard, was not different. More on that later.

Texas Instruments offered extensive program collections on magnetic cards and in small ROM modules that were inserted into a slot on the back of the unit. As students, we could not afford such things, of course. So we had to program everything by ourselves.
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For the university something better was needed and so the TI-95 as a direct successor of the TI-59 arrived 1986 just in time.

Although it lacked a magnetic card reader there was a lot of memory (8 Kbytes, expandable to 16 KBytes) and an alphanumeric display. Five individual displays showed the current setup of the function keys.

ROM modules were back again. Especially great was the math library with numerical solvers of nonlinear equation systems (up to 8 equations solved with the Newton method) and of nonlinear differential equations (up to 9 first-order equations solved with Runge-Kutta method). That was unique not only for 1986: It should take about another 20 years before another pocket calculator from Texas Instruments had similar numerical skills.
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A few years later, the next revolution arrived: graphing calculatora. Released in 1992, the TI-85 was the top model of the first generation of these machines.

Memory was available in abundance (28 KBytes) and there was even a port for data exchange with a desktop computer. But magnetic cards and ROM modules were gone.
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Another milestone was announced a short while later: The TI-92 was launched in 1995 and was the first unit of Texas Instruments to perform symbolic calculations.
TI had acquired the well-known computer algebra system (CAS) "Derive" which was made by the Hawaiian company Soft Warehouse and implemented it in a calculator. From there on, "solve (2x-4y = 6, x)" would no longer give "Error: Undefined variable" but "x = 2y +3" instead.

The picture shows the Voyage 200, the last and most powerful pocket calculator from Texas Instruments in this series. It was released in 2002.
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Up to this model, processors from the beginnings of the microprocessor revolution had been used: Mainly the Z80 from Zilog and later the 68000 from Motorola, which Apple introduced 1984 in the first Macintosh computer.

Maybe it was the rather low speed (clock frequency up to 12 MHz) or problems with component supply. In any case, in 2007, the TI-nspire with a modern ARM processor and clock frequencies around 100 MHz was introduced to the market. The computer algebra system was again expanded significantly and updated operating system versions appear at regular intervals.

In 2010 the second, still current version of the TI-nspire followed. This device can be seen on the right.

The gain in speed of the TI-nspire over older models is striking. And also memory is now available plentiful: 32 MB of ROM and RAM each should be enough for a pocket calculator.
What will the future bring ? It seems obvious: The next step are calculators with backlight color displays.
Although the TI-nspire has a relatively high resolution (320x240 pixels) and can display 16 gray levels, the screen can hardly be seen in dim rooms. Anyone who ever had an iPhone in their hand knows where the journey leads. CASIO has already announced the FX-CG20 to appear in 2011. As with many innovations before, Texas Instruments is certainly going to present an answer a few years later.
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Texas Instruments is not the only manufacturer of high-quality programmable calculators. Especially another American manufacturer, the Californian company Hewlett-Packard is (or was?) in tough competition with the Texas challenger.

Hewlett-Packard

For us students it was not an issue in 1981: HP computers are designed for engineers and eternity - and they cost accordingly. So half the math course used a TI-59 and we were convinced of having the superior product.

After a few years at the university my curiosity became so great that I got myself a small HP calculator. Shortly afterwards I was seized with the "RPN" virus (RPN = Reversed Polish Notation) and that has continued until today. Over the years, many old and new HPs were added to my collection.

But first a few words on RPN: HP computers are known to be different. Instead of the familiar algebraic notation "2+3=" the reverse Polish notation is "2 ENTER 3 +". The name comes from a Polish mathematician who invented this notation - but the other way around (hence the 'reversed').
To be honest: In the beginning Hewlett-Packard used RPN due to lack of storage and computation capacity. In algebraic notation intermediate results and parentheses-levels need to be stored during the calculation. The first pocket calculators simply didn't have enough memory to do this. Of course, storage was no problem any more in later models but RPN remained.
Texas Instruments even produced a software ROM-module for the TI-59 which emulated RPN on that calculator!

But what is so fascinating about RPN even today? The above example is much too simplistic to see this. In brief: RPN follows the human approach to solve complex formulas by working from the inside out. This is like mental arithmetic with calculator support. After a short learning period, RPN becomes very intuitive, lightning fast and extremely flexible. There are no hidden intermediate results, nor a vast number of open parentheses. With RPN an experienced user receives the correct result in the first run. With Texas Instruments calculators I have always repeated the calculation when it mattered and I often found errors. And this was certainly not due lack of practice on my side ...

With the current generation of graphics calculators, which display the entire formula before calculating, RPN has lost importance. But for quick calculations it is still unbeatable.
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HP-35 The electronic slide-rule

(market launch 1972)
Hewlett-Packard already had great success with programmable calculators in the late 60's. But these devices were monstrous, often larger than a typewriter, and prohibitively expensive for private individuals. This gave rise to the idea of developing a pocket sized calculator, which could also compute logarithms and trigonometric functions. Until then, pocket calculators were only capable of basic arithmetic.

It is rumored that owner Bill Hewlett himself asked his engineers in 1968 to develop such a device - against the advice of his marketing people that strongly doubted the commercial success of a scientific pocket calculator.

The HP-35 was finally released in early 1972 and became a best seller. It laid the foundation stone for the era of scientific calculators and made the then famous slide rules obsolete.
The name "35" came simply from the number of keys. Later models, however, were named by other criteria.

I was able to get my unit a few years ago in very good condition through a classified ad from a guy who didn't seem to know what a treasure he had.
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The Classic family

(market launch 1972-76)
Driven by the success of the scientific HP-35, Hewlett-Packard started to develop a sister unit for the businessman. The HP-80 was presented in the following year and introduced annuity calculation.

Then, the HP-35 was revised. His successor, the improved HP-45, was released in early 1974.

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But compared to desktop calculators the handheld units from Hewlett-Packard still had a disadvantage: They were not programmable.
That changed in 1974 with the HP-65 (video available), which appeared in a record time of just 18 months after the HP-35's introduction.

The HP-65 could hold 100 lines of keyboard commands and 9 intermediate results. Because memory was erased when switching off the calculator, Hewlett-Packard invented a miniaturized magnetic card reader: Plastic strips coated with magnetic powder were drawn through a slot from the right to the left side of the device. A small electric motor ensured a uniform transport speed along the read head.

Unfortunately, the pressure rollers are made of soft rubber which disintegrates over the years. Today it is difficult to find a calculator with a magnetic card reader in working order.

As revolutionary as the HP-65 was: With 100 lines of code programming was still very limited. There were few jump and compare instructions available. Also, it was difficult to edit a program after it was entered.
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Hewlett-Packard introduced the HP-67 in 1976 - an improved successor to the HP-65.
In parallel the functionally identical HP-97 (video available) was released. But it was designed as a small desktop calculator and even included a thermal printer.

These calculators challenged Texas Instruments to introduce the TI-57/58/59 models in the following year with a printer as an optional separate unit.

The HP-67/97 had 224 program steps and 26 memories for floating-point numbers, and became one of the most popular pocket calculators of the 70s.
It's big competitor, TI's 59, had more storage (960 program steps or up to 99 memory registers) and was a lot cheaper - but it was released 10 months later and technical development was rapid at that time.

When I took my first industrial job in 1995, we still had several HP-97 in daily use in the technical office of the company. Anyone who has worked with such a device can certainly understand that.
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The Woodstock family

(market launch 1975-77)
Named after the famous cartoon character (and not after the festival) Hewlett-Packard started the introduction of a second family of calculators in 1975. Although smaller, more convenient and less expensive than the devices of the Classic series, the various models of the Woodstock family were still powerful.

The HP-25C in 1976 was remarkable: It was the first pocket calculator that didn't loose memory after switching off the power. Hence the "C" in the name: "Continuous Memory".

Magnetic card readers were neither available for these models nor for the next generation.
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The Spice/Spike family

(market launch 1978-79)
The rapid succession of new calculator families reveals the gold rush atmosphere of that time.

Back in 1978, with the HP-31E, the first representative of the new generation of Spice calculators appeared. It was not programmable, but exceptionally cheap with just $ 60 sales price.

The HP-34C was the scientific top model of this era. It was released in 1979 and could hold up to 210 program steps or alternatively 20 data registers.

A new and special feature of the HP-34C were the built-in numerical solvers for zeros and integrals of functions.
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The HP-41

(market launch 1979-83)
When it was introduced in 1979, the HP-41 created it's own era. It was the first device with an alphanumeric liquid crystal display and had four slots for expansion cards.
Over the years, the HP-41 was followed by improved updates: HP-41C, HP-41CV, HP-41CX. The production of the last model was continued until end of 1990.
The slots could be equipped with additional memory, ROM modules, a magnetic card reader, a bar code reader and much more.

In 1981, the HP Interface Loop (HP-IL) arrived: A small computer network to retrieve data from measurement instruments and connect printers and plotters. With this network the HP-41 was used in schools and laboratories to carry out physical or chemical experiments automatically.

Like so many other ideas also this one was later taken up by Texas Instruments. Even to date (2011), TI offers data acquisition systems and sensors for their calculators that are specifically designed for school experiments.
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The HP-41 practically meant the end for the great TI-59.

Later on, Texas Instruments developed a comparable calculator, the TI-88, but decided not to bring the device on the market.
It would have come too late (1982) and couldn't oppose the now vast ecosystem of the HP-41.

There are just a few prototypes of the TI-88 left and these are virtually impossible to find and achieve top prices. Unfortunately I do not have a unit myself - the picture on the left was taken from the Internet.
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The Voyager family

(market launch 1981-82)
These calculators were very handy (much smaller than the HP-41) and intended to replace the classical models. All units had an easy to read liquid crystal display and permanent storage. Over the years 1981/82 five models were released. One of them, the HP-12C, is still produced and sold new even today (2011)!
Among engineers, particularly the scientific flagship HP-15C has acquired a legendary status.
The calculators of the Voyager family were not expandable and they had no magnetic card reader or printer. Programs had to be typed in by hand when needed. It was difficult to manage multiple programs in memory.
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Portable Computers

Then in 1982 came the HP-75: A bulky device mainly for commercial use in POS systems, inventory, for field staff etc..
The HP-75 can be used as an appointment reminder and has a text editor (on a line by line basis!) - similar to modern PDAs.
Also, the HP-75 has a manually operated magnetic card reader. Each of the two tracks can hold 650 bytes of data. That's a lot compared to the HP-65, but a ridiculously little in relation to the device's memory (16 Kbytes RAM and 48 Kbytes ROM).
The picture on the left shows a HP-75 in the expansion chassis with built-in phone modem with the bar code wand.
All previously released pocket computers were programmed in the so-called key code: the user simply typed the buttons in the order that was required by the formula. All keystrokes would be recorded and could be played back later. There was also conditional jump instructions to create loops. In 1982, this changed radically with the HP-75, as this calculator understood the popular BASIC programming language.
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HP introduced the HP-71B in 1984 and this device also used BASIC programming language. Unlike the HP-75, the HP-71B was again a true "pocket" calculator.
FORTH and even assembly language ROM-modules for the expansion port were offered and well documented.

The HP-71B was the last calculator with a magnetic card reader as an option. The magnetic cards were like the HP-75's and much longer than in previous devices (they also stored a lot more data). The cards had to be pulled by hand through the reader that was located to the right of the display.
The HP-71B came with 64 Kbytes ROM and 17.5 Kbytes user available RAM. It was better equipped than many home computers of the time. Just like a HP-41 the HP-71B could also control devices on the HP Interface Loop (all types of external printers, plotters, and measuring instruments) - but with 25 times the speed!
Unfortunately, this machine was missing the first time the popular UPN-calculator mode, because who would have a BASIC computer is not simply the right thing.

For the HP-71B Hewlett-Packard developed a new 4-bit processor architecture, called the Saturn chip, which was used in all pocket calculators in the following decades by the manufacturer. Only with the HP-49g + in 2003, it has been replaced by the modern ARM processor platform.
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The Clamshell family

(market launch 1986-91)
The first model of the clamshell family was the business calculator HP-18C. It was introduced in 1986 and had a radically different design than previous calculators.
Its scientific brother, the HP-28C, was launched in 1987 on the market. Already in the following year a revised successor, the HP-28S, appeared with more memory and higher speed.

The special feature of the HP-28 is its capability to perform not just numerical but also symbolic math. On "large" computers, several algebra systems had been available for some time, such as Mathematica, Maple or Derive, but in calculators this was brand new.

And another novelty: All calculators in the clamshell family were equipped with an infrared port to send results wirelessly to a printer.
Together with the HP-28 a new programming language was introduced, which can still be found today in all powerful pocket computers from Hewlett-Packard: RPL (Reverse Polish Lisp).
Since the limits of the key programming became obvious and Hewlett-Packard didn't really like BASIC either, they invented this new language as a conglomerate of FORTH and LISP. Essential parts of the calculator's operating system were written in RPL, but the language was also available to the user.
Looking back one has to admit that RPL is difficult to learn and the programs are complex to understand. RPL may have held back more users from programming than motivated. Moreover, it is rather slow, which is noticeable especially in lengthy calculations.
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The Pioneer family

(market launch 1988-91)
The Voyager family was named after a space ship on its way to Saturn (the new processor architecture) and now Pioneer was the name of a spaceship that had already reached Saturn.

My first HP calculator, an HP-32S, dates from this era.

The HP-42S was the most powerful Pioneer (released in 1988) and it is software-compatible with the legendary HP-41.
Although the HP-42 had an infrared port, it otherwise lacked any extension option. The great success of the HP-41 could not be repeated.
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The Charlemagne family

(market launch 1990-99)
The great desire of the HP-28 development team, to create a calculator with similar expansion options as the HP-41, finally became a reality in March 1990 with the HP-48SX.

More models with similar features appeared in the following years and all had the number 48 in their name.

In August 1999, the HP-49 was introduced. It was the first calculator to work with flash memory and it also visually took off from the earlier 48-series. The internal architecture and operation remained largely the same, however, although the the HP-49 had an improved computer algebra system (CAS).

Flash-ROM memory introduced the ability to update software libraries and the operating system. This technology was so successful that it has been implemented in all high-end calculators since that time.

The HP-49 was the last Hewlett-Packard calculator driven by the now out-dated to 4 MHz Saturn processor.
In 2003, Hewlett-Packard started to modern times with the HP-49g+ (later followed by similar models HP-48gII and HP-50g). On the basis of the ARM architecture (which was clocked over 200 MHz), a much smoother and more comfortable operation was possible compared to the rather phlegmatic predecessors from the HP-48 and HP-49 family. Do not be deceived: except for the coloring and the memory size, the three HP-49g+, HP-48gII and HP-50g calculators are very similar and equipped with almost the same software.
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Back to the Roots

One might think that HP considers its old qualities. The HP-35S was introduced just in time for 35th anniversary in 2007. A great calculator in the tradition of the best RPN machines.

Unfortunately the (Chinese) manufacturing quality fails to match earlier successes. I noticed bouncing keys on multiple devices within a short period of usage.

Texas Instruments versus Hewlett-Packard

There is no doubt: Texas Instruments invented the electronic calculator in 1967, and they even got the patent. However, TI's first model (Cal-Tech) was just a prototype that never made it to production. Texas Instrument's first series produced calculator (Datamath) came on the market in 1972 - and had no chance with its four basic operations against the simultaneously released scientific HP-35.
From there on, technical progress was mainly driven by Hewlett-Packard:
  • The first pocket calculator with trigonometric and logarithmic functions: HP-35 (1972) versus SR-50 (1974)
  • The first programmable calculator: HP-65 (1974) versus SR-52 (1975)
  • The first calculator with magnetic card reader: HP-65 (1974) versus SR-52 (1975)
  • The first high-performance programmable calculator: HP-67 (1976) vs TI-59 (1977).
  • The first calculator with non-volatile memory: HP-25C (1976) versus Ti-58C (1977).
  • The first calculator with alphanumeric liquid crystal display: HP41 (1979) versus TI-88 (1982 - never released).
  • The first pocket calculator interface for data acquisition: HP-IL (1981) versus TI-CBL (Calculator Based Laboratory) (1994).
  • The first calculator that could calculate with complex numbers: HP-15 (1982) versus TI-68 (1988).
  • The first pocket calculator in landscape mode with the QWERTY keyboard: HP-71 (1984) versus TI-95 (1986).
  • The first pocket calculator with BASIC programming: HP-71 (1984) versus TI-74 Basicalc (1985).
  • The first calculator with a computer algebra system (CAS): HP-28 (1987) versus TI-92 (1995).
  • The first powerful graphing calculator: HP-48 (1990) versus TI-85 (1992).
  • The first calculator based on the new ARM processor architecture: HP-49g + (2003) versus TI-Nspire (2007).
Symbolic algebra seemed to be especially difficult to Texas Instruments. What the HP-28 managed already in 1987, Texas Instruments could only realize eight years later in the TI-92 following the acquisition of the Derive software. After all, the TI-92 had an unusual design, which at least was not copied from the major competitor. And the TI-CAS (computer aided algebra system) was much more powerful than that of Hewlett-Packard's HP-48 series. Only after the introduction of the HP-49 in 1999 HP's CAS was again on par with TI's.

Both opponents were at the same time with the introduction of flash memory: In 1999 both the HP-49G and the TI-83 Plus appeared, the former with 2 Mbytes flash memory, the latter with 512 KBytes.

By the end of 2006 or early 2007 the TI-nspire arrived at the market: A programmable graphing calculator with a novel, computer-like operating concept and a large, high resolution display. Mathematical tasks are managed in documents that may contain several pages. These pages contain not only the actual calculation, but also explanatory text, graphics or Excel-like tables. The operating concept is entirely tailored to the requirements of modern mathematics teaching in schools. For engineers or students this is a bit complicated, because you can not calculate "straight on", but you must first create a new document (just as in computers). There is also a computer software for Windows and Macs, that replicates all the functions of the calculator one to one and can be used for teaching purposes.
The CAS (computer aided algebra system) of the TI-nspire was enhanced again and beats it's competitor, the HP-50, significantly in some areas. In addition, the TI-nspire is much more intuitive to use.

Until today (2011) Hewlett-Packard does not offer a similar "math-learning system". If, however, you believe this is (finally) an original invention of Texas Instruments, you are obviously not aware of the Casio ClassPad 300. It was released four years earlier in 2003 and anticipates all "new" features of the TI-nspire - including a replica of the calculator in computer software.
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The next generation - Full-Color Backlit Displays

It seems Casio has taken over Hewlett-Packard's previous role as the pocket calculator innovator: The FX-CG20 (FX-CG10 in the U.S.) has a full-color backlit display just like a smartphone. It was introduced in autumn 2010 and is available since beginning of 2011.
Texas Instruments didn't take long to copy this idea: Already in spring of 2011 the TI-nspire CX was introduced: With a full-color backlit display! It will be available starting early summer 2011.
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Left: This is the future of pocket calculators according to Casio in late 2010: curve sketching of real objects.

Right: An image of the new TI-nspire CX - half a year later than the image to the left.
Any similarities are purely coincidental, of course ...
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Current situation(2011/12)

Unfortunately it seems Hewlett Packard has given up competition to its former rival Texas Instruments.
For the most part the HP-50g is based on the already 20 year old concept of the HP-48 SX. It can not hold up against the modern TI-nspire CX and its backlight color display.

What else was there ?

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Here are two curious "pockets" calculators: Both are pioneers of PDAs in the broadest sense and forerunners of today's smart phones.

The HP-95LX is a full-fledged MS-DOS PC from 1991 with a 8088 compatible processor which is clocked at 5.37 MHz. Memory expansion to 512 KBytes or 1 MByte is available, and MS-DOS 3.3 and Lotus 1-2-3 is fixed in ROM.

The Apple Newton was published under the name MessagePad 100 for the first time in 1994. Similar to the later HP calculators and today's iPhone's processor architecture, it is based on the ARM chip. The photo shows the improved MessagePad 130 of 1997.

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