Fuji X

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Das Fujinon XF 23 mm 1:1.4 Objektiv
The Fujinon XF 23 mm 1:1.4 Lens
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Von allen Fuji Objektiven kommt das neue XF23mmF1.4 R mit einer Brennweite von 35 mm (umgerechnet auf Kleinbildformat) und einem Blickwinkel von rund 63° dem Sehempfinden des menschlichen Auges am nächsten. Diese universelle Brennweite erfreut sich großer Beliebtheit bei vielen Fotografen. Nicht zuletzt deshalb sind auch in der Fuji X100S und in nahezu allen Smartphones Objektive mit einem ähnlichen Blickwinkel verbaut. Zusätzlich kann das XF23 mit einer sensationellen Anfangsöffnung von f/1.4 (bzw. f/2.1 umgerechnet auf Kleinbildformat) aufwarten, was wunderbare Kompositionen von Schärfe und Schärfentiefe verspricht.
Daher wurde dieses Objektiv von vielen Fuji Fans herbeigesehnt und im Vorfeld mit großer Hype gepusht. 

Der Preis, den Fuji für das XF23 aufruft, setzt derzeit (Ende 2013) mit 900 € eine neue Höchstmarke. Das weitwinkligere
XF14mmF2.8 R liegt mit 800 € etwas niedriger. Alle anderen Fuji Objektive bewegen sich zwischen 400 und 650 €. 

Natürlich stellt sich die Frage, ob und wodurch der Preis für das XF23 zu rechtfertigen ist. Als optische Vergleichsbasis dienen Fujis Standardzoom (
XF18-55mmF2.8-4 R LM OIS, 620 € Straßenpreis) und das XF35mmF1.4 R (550 € Straßenpreis), wobei letzteres ebenfalls eine maximale Öffnung von f/1.4 bietet.

The new Fuji XF23mmF1.4 R with a focal length of 35 mm (equivalent full frame format) and a field of view of 63° comes closest to the visual sensitivity of the human eye of all Fuji lenses. This universal focal length enjoys great popularity among many photographers. That's why the popular Fuji X100S and almost all smartphones carry a similar focal length. In addition, the XF23 comes with a sensational aperture of f/1.4 (or f/2.1 equivalent full frame format), promising wonderful compositions of sharpness and depth of field.
Therefore, many fans have waited for this Fuji lens for a long time and created a great publicity hype.

The price, that Fujifilm calls for the XF23, currently (end of 2013) sets a new record at 900 €. The wider
XF14mmF2.8 R comes slightly lower at 800 €. All other Fuji lenses are around 400-650 €.

The question arises whether this price is justified for the XF23. As a basis for my comparison I have used Fuji's standard zoom (
XF18-55mmF2.8 -4 R LM OIS, 620 € street price) and the XF35mmF1.4 R (550 € street price ). The latter also comes with a maximum aperture of f/1.4.
Das Daimler-Museum in Stuttgart bietet Fotomotive in Hülle und Fülle.
Diese Aufnahme entstand mit Blende f/8.
The Daimler-Museum in Stuttgart, Germany offers many beautiful photo spots. This shot was done at f/8.
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Die Mechanik

Das XF23 ist eine Festbrennweite mit dedizierten Verstellringen für Blende und Schärfe. Das Griffgefühl des ganzen Objektivs ist insgesamt sehr edel. Alle fassbaren Teile sind aus Metall, was man bei dem Preis wohl auch erwarten darf.
Der Blendenring läuft relativ fest (fester als beim XF14) und macht haptisch einen hervorragenden Eindruck. Allerdings fehlen die Raststufen bei jeder vollen Blende, so dass man beim Drehen etwas genauer hinsehen muss.
Wie schon beim mechanisch ähnlich aufgebauten XF14 kann die Schärfeebene durch den vorderen Ring manuell eingestellt werden, wenn der Ring zunächst axial zur Kamera gezogen wird. Dadurch schaltet sich der Autofokus ab und eine mechanische Brennweitenskala wird sichtbar. 
Die Einstellung der Schärfe erfolgt durch Drehen des Ringes, wobei es definierte Anschläge für die Nahgrenze und für Unendlich gibt. Allerdings erfolgt die Bewegung der Linsengruppen im Objektiv nicht mechanisch sondern rein elektronisch (fly-by-wire), d.h. der Autofokusmotor bleibt aktiv und folgt der manuellen Drehbewegung. In der Praxis hatte ich damit keine Probleme, weil es eine feste Zuordnung von der Position des Ringes zur Lage der Schärfe gibt. Das ist viel besser gelöst als beim XF35, bei dem sich die Schärfeebene je nach Drehgeschwindigkeit des Ringes unterschiedlich verlagert.
Auffällig sind Größe und Gewicht des XF23 (72mm Durchmesser, 300g), insbesondere im Vergleich zu den beiden benachbarten Festbrennweiten
XF14 (65mm und 235g) und XF35 (65mm und 187g). An der X-E1 wirkt das XF23 ziemlich groß, zur X-Pro1 passt es besser. 
„Natürlich“ hat Fuji mal wieder einen neuen Filterdurchmesser gewählt. Neben 52 mm (
XF35) und 58 mm (XF18-55 und XF14) dürfen wir uns jetzt zusätzlich einen Satz Filter mit 62 mm Gewinde zulegen. Immerhin passen die dann auch an das Telezoom XF55-200.
Etwas enttäuscht war ich von der mitgelieferten Sonnenblende. Von der Form ist sie ähnlich wie die des XF14 und XF18-55 (beide haben dieselbe Sonnenblende), aber noch einmal deutlich größer. Das Ganze ist letztlich ein billig wirkendes und recht hässliches Plastikteil. Hier könnte Fuji wirklich noch einmal nachlegen. Gerade die Metallblende des XF35 wirkt viel edler und schicker.

Abgesehen von der Sonnenblende kann man dem XF23 aber mechanisch nur die allerbesten Noten ausstellen. 
The Mechanics

The XF23 is a fixed focal length with dedicated rings for aperture and focus. The look and feel of the whole lens is top notch. All tangible parts are made of metal, what can probably be expected at this price point anyway.
The aperture ring is stiff (better than that on the XF14) and makes an excellent impression. However, the catch levels at every full aperture stopp are missing, so you have to look at little closer when turning.
Just as with the XF14, which has a similar mechanical construction, the focal distance can be adjusted manually through the front ring after the ring has been pulled axially towards the camera. This operation will turn off auto focus and a mechanical zoom scale becomes visible.
The distance setting is achieved by manually turning the ring. There are defined positions for close range and infinity. However, the movement of the lens groups inside the lens are not done mechanically but not purely electronically (by fly- by-wire). In other words, the autofocus motor remains active and follows the manual rotation. In practice, I had no problems with this attempt because there is a direct relation between the position of the ring and the focal distance. This is much better than in the XF35, where the achieved focal distance is depending on the rotational speed of the ring.
Striking are the size and the weight of the XF23 (72mm diameter, 300g ), especially in comparison to the two neighboring lenses
XF14 (65mm and 235g) and XF35 (65mm and 187g). On the X- E1, the XF23 looks rather large. It fits better to the X -Pro1.
Unfortunately, Fujifilm has once again chosen a new filter diameter. In addition to 52 mm (
XF35) and 58 mm (XF18-55 and XF14) we now have to purchase a set of 62 mm filters for the new 23mm lens. At least the telephoto zoom XF55-200 uses the same thread (but many people will want to use different filters on a wide angle...).
I was somewhat disappointed by the supplied lens hood. Its form is similar to that of the XF14 and XF18-55 (both share the same hood), but by far larger. The whole thing is ultimately a cheap and pretty ugly looking piece of plastic. Here Fuji should really do more. Especially in comparison to the metal bezel of the XF35, which looks and feels much nicer.

Apart from the lens hood you can not ask for a better mechanical construction than the XF23 offers.
Und hier zum Vergleich das Armaturenbrett bei größter Öffnung f/1.4.
And here for comparison the dashboard, shot at open aperture f/1.4.
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Optische Eigenschaften

Auch optisch macht das XF23, wie kaum anders zu erwarten, einen sehr guten Eindruck. Die Auflösung im Zentrum ist selbst bei voller Öffnung (f/1.4) gut und erreicht ab f/2.8 die Grenzauflösung des Sensors (etwas über 1600 LPH). Gut möglich, dass eine Nachfolgekamera mit höherer Sensorauflösung aus dieser Optik noch mehr herauskitzelt. Auch die Bildränder sind gut bis sehr gut, und zwar schon bei f/2.0. Ich habe selbst bei Aufnahmen mit voller Öffnung, bei denen das Hauptmotiv bewusst an den Bildrand gelegt wurde, eine hervorragende Schärfe erzielt. 
Abblenden verbessert erwartungsgemäß die Auflösung, wobei die Bestwerte wie immer im Bereich f/4 bis f/8 erreicht werden. Darüber macht sich langsam die Beugungsunschärfe bemerkbar. Aber selbst die kleinste Blende f/16 ist ohne Einschränkungen nutzbar (eine Beispielaufnahme ist unten verfügbar). Chromatische Aberrationen und Purple Fringing finden bei diesem Objektiv nahezu nicht statt. Auch im direkten Gegenlicht bleiben Objekte bis in den Bildrand knackscharf ohne farbige Säume. 

Im direkten Vergleich zum XF18-55 und insbesondere zur XF35 Festbrennweite kann sich das XF23 allerdings nicht mit höherer Auflösung absetzen. Eher im Gegenteil: Das preiswerte XF35 zeigt dem XF23, was eine Harke ist und liefert gerade im Zentrum fast durch die Bank bessere Ergebnisse. Das mag den Einen oder Anderen enttäuschen, zeigt aber das hohe Niveau, auf dem sich auch die anderen Fuji Optiken bewegen. Der Fairness halber muss man aber zugestehen, dass die etwas telelastigere Brennweite 35mm technisch einfacher in den Griff zu bekommen ist als 23mm.
Optical Performance

As was to be expected, the XF23 makes a very good optical impression. Even at full aperture (f/1.4) the resolution in the center is good. It closes to the limiting resolution of the sensor at f/2.8 (about 1600 LPH). Quite possibly a successor camera with a sensor of higher resolution will squeeze out even more of this lens. Also, the border zones of the image are good to very good, and that even at f/2.0. I have achieved excellent sharpness even when shooting at full aperture, where the main subject was deliberately placed at the edge of the image.
Stopping down improves the resolution as expected. As always the best values ​​are achieved between f/4 and f/8. Above that, diffraction blur becomes noticeable. But even the smallest aperture (f/16) is full usable without restrictions (a sample shot is available below). Chromatic aberration and purple fringing almost do not occur with this lens. Objects remain sharp without visible color fringes even in direct backlight at the perimeter of the image.

In direct comparison to the XF18-55 and the XF35 in particular, the XF23 can not set itself apart with a higher resolution. Quite the contrary, the cheaper XF35 provides better results almost across the board, particularly in the image center. This may disappoint some but it also demonstrates the high quality level Fuji lenses have achieved by now. To be fair, it has to be noted that a 35mm focal length is technically easier to design than the wide angle 23mm.
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Grün = Bildmitte; Lila = erweiterte Bildmitte; Orange = Bildrand
Green = Center; Lila = Extended Center; Orange = Borders

Ich wollte einmal wissen, wie zuverlässig der Autofokus der X-E1 arbeitet. Deshalb habe ich das Testchart sechsmal bei größter Blendenöffnung aufgenommen, wobei die Kamera auf einem stabilen Stativ montiert war. Alle Auslösungen wurden natürlich mit Selbstauslöser durchgeführt, um Erschütterungen zu vermeiden.
Dann habe ich jeweils die Auflösung berechnen lassen. Das Ergebnis (siehe Bild rechts) ist ermutigend. Die Auflösung im Zentrum beträgt im Mittel 1252 LPH bei einer Standardabweichung von nur +/- 27 LPH. Die Werte am Rand variieren sogar noch weniger.

I was curious about the reliability of the X-E1's auto focus. Therefore I shot the test chart six times at maximum aperture with the camera mounted on a sturdy tripod. All photos were of course carried out with the self-timer to avoid shaking.
Then I calculated the respective resolution. The result (see picture to the right) is encouraging. The average resolution in the center is 1252 LPH with a standard deviation of + / - 27 LPH. The values ​​at the edges vary even less.
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Auch bei Blende f/16 macht das XF 23 mm eine sehr gute Figur.
Even at its smallest aperture f/16 the XF23 delivers a stunning sharpness.
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Fazit

Den Preis für das XF23 muss man erst einmal verdauen. Wer sich dennoch zum Kauf entschließt, kann sich über ein mechanisch wie optisch uneingeschränkt hervorragendes Objektiv freuen. Mechanisch darf das XF23 derzeit als bestes Objektiv der X-Serie gelten, optisch wird es vom XF35 knapp geschlagen.
Verdict

It may be difficult to accept the high price point of the new XF23. But those who buy the lens will enjoy a truly excellent performance both mechanically and optically. Mechanically, this may very well be considered the best X-series lens so far. Optically it is also excellent, but narrowly beaten by the XF35.

Zurück zum Test der X-E1.

Beispielaufnahmen zum Download
(alle Aufnahmen wurden in Aperture 3.5.1 entwickelt)
Sample gallery for download
(all photos were processed in Aperture 3.5.1)
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